Als ich am Donnerstag, den 10.04.2025 in Ljubljana ankam, war es heiß und sommerlich. Die Sonne schien hell und stark und die Menschen in der Stadt waren aufgrund dessen leicht bekleidet unterwegs. Mein erstes Ziel war der Stadtkern, wo ich mir ein Limoneneis für 2,70€ leistete, während ich die Atmosphäre in mich aufsog. Viele Touristen und gut gekleidete Einheimische, davon einige bereits jetzt schon mit einem Glas Wein in der Hand am Promenadenrand. Irgendwie alles sehr sommerlich. Vor zwei Tagen hatte ich mich noch in meterhohem Schnee die Drei Zinnen hinaufgewagt. Über den Nachmittag vertrieb ich mir die Zeit damit, den Stadtkern zu erkunden und hoch auf die Burg zu steigen. Dann ging es 8 km zu Fuß die Stadt hinaus zu meiner Couchsurfgelegenheit. Ich hätte auch Bus fahren können, doch da ich Zeit hatte, lief ich.


Egija und Yassine – ein Marrokaner, der ebenfalls bei Egija untergekommen und auf Jobsuche war – empfingen mich herzlich. Neben mehreren verlorenen Unospielen begann ich am Abend am ganzen Körper zu zittern. Ob ich mich zu sehr verausgabt hatte oder mir etwas eingefangen hatte? Ich ging früh zu Bett, denn das Zittern am ganzen Körper hörte nicht auf, packte mich warm ein und schlief. Hitze und Kältewellen überrollten mich und am Morgen hatte ich starken Durchfall, nicht gut.

Am Vormittag des 11.04.2025 nahm ich dann den Bus in die Stadt und traf mich mit Moran, einer Jüdin aus Israel, bei der ich zwei Tage, näher am Stadtzentrum verbrachte. Moran war kritisch, aufgeschlossen und liebte es zu kochen. So gab es selbst gemachte Pizza, bevor wir zu zweit losstiefelten und sie mir die Stadt genauer zeigte. Zwischendurch erworben wir eine Flasche Brandy mit Olivenöl gemixt, die uns auf unserer vierstündigen Stadttour Gesellschaft leistete. Das i-Tüpfelchen des Abends: Ein älterer Herr, der mit seinem Kumpan, dem Pfau, für ein Kühles in den Irish Pub einkehrte.


Für den 12.04.2025 hatten Moran und ich eine Tour nach Šmarna Gora geplant. Von dort konnte man ganz Ljubljana überschauen. Im Anschluss fuhren wir mit dem Fahrrad in den Tivoli-Park, wo wir uns mit anderen Menschen der Couchsurfcommunity trafen und mit ihnen den Nachmittag verbrachten und ausklingen ließen. Es wurde sich vorgestellt, ausgetauscht, geredet und Karten oder Volleyball und Fußball gespielt. Auch Egija und Yassine traf ich dort wieder. Als es spät wurde, fuhren wir zurück zu Moran und sie zauberte einen vegetarischen Brokkolikuchen auf den Tisch, den wir beide hungrig verschlangen.


Am Morgen des 13.04.2025 machte ich mich wieder auf, verabschiedete mich von Moran und gedachte von Ljubljana in Richtung Zagreb weiter zu trampen. Günstig positionierte ich mich um ca. 10 Uhr an einer Autobahnauffahrt, doch niemand hielt für die nächsten viereinhalb Stunden. Entmutigt, da ich für den Abend bereits eine Übernachtungsmöglichkeit in Zagreb ergattert hatte, schaute ich mich nach alternativen Möglichkeiten um und buchte anschließend ein Busticket. Doch um den Bus zu nehmen, musste ich wieder zurück ins Stadtzentrum. Rechtzeitig fünfzehn Minuten vor Abfahrt erreichte ich den Busbahnhof. Doch der Bus kam nicht. Wieder wartete ich über zwei Stunden. Neben mir wartete auch eine junge Dame und als ich sie darauf ansprach, ob sie auch auf den Itabus nach Zagreb warte, nickte sie nur kurz und deutete auf ihr Smartphone. Dieses zeigte die aktuellen Koordinaten des Busses an, Triest. Na toll, dachte ich mir, das dauert bestimmt noch einmal zwei Stunden, bis der Bus wirklich hier ist, wenn überhaupt. Langsam wurde ich innerlich unruhig und mein stetig rumorender Bauch machte es nicht besser. Da entschied ich mich den letzten Zug – es gibt drei am Tag – von Ljubljana nach Zagreb zu nehmen. Als ich endlich im Zug saß, setzte ich mich ans Fenster und schaute auf die Landschaft, die mal schneller, mal langsamer vorbeizog. Durch die angeregte russische Konversation dreier älterer Damen, die sich zu mir mit ins Abteil gesetzt hatten, döste ich bald ein.
Mit einem Ruck kam er Zug zum stehen. Wir waren da. In Zagreb machte ich mich auf den Weg zu meinem Host Nenad. Zuvor jedoch drehte ich noch eine Ehrenrunde um den Platz, auf dem ich damals mit Leander gesessen hatte, als wir 2014 in Zagreb während unserer Motorradtour couchsurften. Um 22:30 Uhr kam ich bei Nenad an. Wir begrüßten uns, redeten ein bisschen, er zeigte mir, wo ich mich frisch machen und schlafen konnte und widmete sich wieder seinem Ragae, Hund und Abendbrot. Ich war fix und fertig und fühlte mich ausgelaugt und müde. Immer noch hatte ich starken Durchfall, trotz Kohletabletten, die ich die letzten Tage zu mir genommen hatte. Wahrscheinlich hatte ich mir irgendwo eine Lebensmittelvergiftung zugezogen. Ich musste die Magendarmprobleme so schnell wie möglich unter Kontrolle bringen, dachte ich mir und schlief ein.



Am nächsten Morgen, dem Montag, dem 14.04.2025, galt mein erster Besuch dem Supermarkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort deckte ich mich mit Haferflocken, Bananen, Zwieback und fettarmer Milch ein und begann meine Darmkur. Ich war so kapputt, dass ich große Teile des Tages verschlief und immer nur zum Essen oder Toilettengang aufstand. Zum Abend hin zeigten die Maßnahmen Wirkung. Natürlich hatte ich Nenad meine Lage geschildert, sodass wir leider wenig zusammen unternahmen, bis auf ein gelegentliches Gespräch hier oder dort, dass meist an politische Themen anknüpfte, unternahmen wir nichts zusammen. Großzügig bot Nenad mir an, noch zwei weitere Nächte zu bleiben, um den Infarkt unter Kontrolle zu bekommen. Ich willigte dankend ein. So verstrich der 14. und auch der 15.04.2025, während ich mich ganz der Genesung widmete und abschaltete. Am Nachmittag des 15. April ging es mir schon wesentlich besser und ich schaffte es doch noch mir ein wenig Zagreb – besonders die Altstadt und das Ethnographie Museum – anzuschauen.
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